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2014: Peru

In Peru begann mein Abenteuer in der Hauptstadt Lima, einer der trockensten Städte der Welt, obwohl es dort morgens häufig bewölkt ist. Mein nettes kleines Hostel lag im Stadtteil Miraflores, ganz in der Nähe der Küste. Am ersten Tag erkundete ich diesen Teil der Stadt zu Fuß und besuchte auch die zwischen 200 und 700 v. Chr. erbaute Ruine „Huaca Pucllana“. Die Anlage stammt aus der Vorinkazeit und ist eine Art Pyramide, die aus Millionen kleiner Lehmziegel besteht. An diesem Bauwerk wurde ganz bestimmt mehrere Jahrhunderte lang gearbeitet.

Am Tag darauf schlenderte ich durch das Stadtzentrum und hatte das Glück, eine Kirchenprozession mitzuerleben, bei der eine Jesusstatue begleitet von Musik und zahlreichen Menschen durch die Straßen getragen wurde. Am Abend schloss ich mich mit einigen Leuten aus meinem Hostel zusammen, um das Food-Festival „Mistura“ zu besuchen. Das Festival findet einmal im Jahr für eine Woche in Lima statt und zählt zu den größten seiner Art in Lateinamerika. Das Essen war dementsprechend hervorragend. Besonders unvergesslich war das gegrillte Alpakaherz. Kein Wunder, dass selbst die Peruaner dafür eine halbe Stunde anstanden.

Meine zweite Etappe war Arequipa, das mit seinen rund 2.300 Metern Höhe schon ein kleines Stück höher lag als Lima. Gleich nach meiner Ankunft machte ich mich auf, das Stadtzentrum mit seinen kolonialen Bauten zu erkunden. Besonders beeindruckt hat mich die Kathedrale, von der aus man einen wunderbaren Blick auf die umliegende Bergwelt der Anden hat.

Am nächsten Tag, oder besser gesagt gegen drei Uhr morgens, brach ich zum Colca Canyon auf. Das Colca-Tal ist eine Schlucht etwa 100 Kilometer nördlich von Arequipa. Je nachdem, von wo aus man misst, ist sie bis zu 3.269 Meter tief und zählt damit zu den tiefsten Schluchten der Welt. Hier absolvierte ich eine zweitägige Wanderung.

Nachdem wir früh am Morgen einige Kondore beobachten konnten, ging es zu Fuß hinunter ins Colca-Tal. Die Nacht verbrachten wir in einem kleinen Dorf, wo wir die Gelegenheit hatten, in heißen Quellen zu baden. Leider war das Wasser eher lauwarm als heiß. Am nächsten Tag ging es dann in einem dreistündigen Marsch mühsam wieder rund 1.000 Höhenmeter bergauf. Dafür wurden wir mit einem weiteren herrlichen Ausblick über das Tal belohnt. Abschließend machten wir noch einen kurzen Abstecher zu einem anderen Tal, in dessen Umgebung einer der Quellflüsse des Amazonas entspringt.

Zurück in Arequipa belohnten wir uns am Abend mit einem gegrillten Meerschweinchen. Im wahrsten Sinne des Wortes: klein, aber fein.

In großen Schritten ging es nun weiter in Richtung meines großen Ziels: Machu Picchu. Dafür musste ich zunächst in Cusco, der ehemaligen Hauptstadt des Inkareiches, eine Pause einlegen, um die nötige Tour zu organisieren. Ganz nebenbei ist Cusco absolut sehenswert und ein hervorragender Ausgangspunkt, um sich einige Tage an die Höhe zu gewöhnen. Das ist besonders wichtig, wenn man den Inka-Trail oder den Salkantay-Trail nach Machu Picchu wandern möchte.

Den berühmten Inka-Trail muss man meist viele Monate im Voraus buchen, zudem ist er vergleichsweise teuer. Aus diesem Grund entschied ich mich für die weniger touristische, günstigere, aber auch deutlich anstrengendere Route über den Salkantay (6.264 m). Sein Name wird häufig mit „wilder Berg“ übersetzt. Die Inka glaubten, dass dieser Berg eine Art Gottheit für Fruchtbarkeit und Wetter war und das Gebiet westlich von Cusco kontrollierte.

Nach einem Tag Sightseeing begann schließlich meine fünftägige Wanderung nach Machu Picchu. Wie so oft startete auch dieses Abenteuer mitten in der Nacht. Gegen drei Uhr wurde ich abgeholt, und zusammen mit acht weiteren Teilnehmern ging es zunächst zwei Stunden mit dem Kleinbus zum Ausgangspunkt der Tour.

Die ersten anderthalb Tage waren die anstrengendsten, da es fast ausschließlich bergauf ging. Das erste Basislager lag am Fuße des Salkantay, wo die Temperaturen nachts beinahe auf null Grad fielen. Am nächsten Morgen stand das schwierigste Teilstück bevor. Die letzten 800 Höhenmeter führten hinauf zum Salkantay-Pass auf rund 4.700 Metern Höhe.

Danach wurde die Wanderung deutlich angenehmer. Die folgenden anderthalb Tage gingen überwiegend bergab. Am Ende des dritten Tages konnten wir zur Erholung wunderbar heiße Quellen besuchen. Am vierten Tag kürzte ich die Wanderung sogar ein wenig ab, um auf riesigen Seilrutschen Canopy zu machen. Das war ein Riesenspaß. Besonders verrückt war die Möglichkeit, sich kopfüber einzuhängen und wie Superman durch die Luft zu fliegen.

Anschließend ging es für eine Nacht in das kleine Städtchen Aguas Calientes am Fuße von Machu Picchu. Von dort aus besuchten wir am letzten Tag die berühmte Ruinenstadt und damit den Höhepunkt meiner Reise.

Machu Picchu bedeutet übersetzt „alter Gipfel“ und zählt zu den bekanntesten archäologischen Stätten der Welt. Die Inka erbauten die Stadt im 15. Jahrhundert auf etwa 2.430 Metern Höhe. Die gut erhaltenen Ruinen zu sehen, war ein unglaubliches Erlebnis. Dabei waren weniger die Gebäude selbst das Beeindruckende, sondern vielmehr ihre spektakuläre Lage auf einem Berggipfel, umgeben von Wolken und dichtem Grün. Es ist kaum vorstellbar, wie die Inka damals eine solche Stadt errichten konnten.

Am Abend ging es dann mit dem Zug zurück nach Cusco. Der eine oder andere fragt sich jetzt vielleicht, warum ich überhaupt hingelaufen bin, wenn doch ein Zug dorthin fährt. Die Antwort ist einfach: weil ich es freiwillig so wollte. ;-)

Nach insgesamt sieben Wandertagen im Colca Canyon und auf dem Salkantay-Trail ließ ich es in Puno etwas ruhiger angehen. Die Stadt liegt auf rund 3.800 Metern Höhe am Titicacasee. Mit einer Fläche von 8.288 Quadratkilometern ist er der größte See Südamerikas und etwa 15-mal so groß wie der Bodensee.

Hier unternahm ich einen zweitägigen Bootsausflug. Zum einen stellten die Urus auf ihren schwimmenden Inseln aus Totora-Schilf ihre traditionelle Lebensweise vor. Zum anderen besuchte ich auf zwei Inseln kleinere Tempelanlagen und andere historische Ruinen. Dabei verbrachte ich eine Nacht bei einer Gastfamilie.

Zurück in Puno machte ich zusammen mit einer netten Dame aus Chile, die ich auf dem Ausflug kennengelernt hatte, noch einen Abstecher zu den Tumbas de Sillustani, einem uralten Gräberfeld. Dort stehen mehrere steinerne Türme mit winzigen Öffnungen im unteren Bereich. Bis heute bin ich mir nicht sicher, ob diese als Eingang oder Ausgang für die Toten gedacht waren.

Die Nazca-Linien sind riesige Scharrbilder in der Wüste bei Nazca und Palpa. Auf einer Fläche von rund 500 Quadratkilometern finden sich schnurgerade Linien, Dreiecke, Trapeze und gigantische Figuren von Menschen, Affen, Vögeln und anderen Tieren. Besonders faszinierend ist die Tatsache, dass die Menschen, die sie erschufen, die Bilder nie in ihrer Gesamtheit betrachten konnten.

Glücklicherweise hatte ich die Möglichkeit, einen Rundflug über die Wüste zu buchen. Selbst aus der Luft war es nicht immer einfach, die verschiedenen Figuren zu erkennen. Mir gelang es meistens recht gut, andere Passagiere in dem kleinen Fünf-Personen-Flugzeug hatten dagegen deutlich größere Schwierigkeiten. Das lag allerdings hauptsächlich daran, dass nicht jeder die vielen Kurven und Manöver des Flugzeugs gleichermaßen gut vertrug.

Die deutsche Wissenschaftlerin Maria Reiche widmete mehr als 50 Jahre ihres Lebens der Erforschung der Nazca-Linien. Zu ihren Ehren wurde das kleine Planetarium der Stadt nach ihr benannt. Es verfügte zwar lediglich über einen Diaprojektor, war aber dennoch absolut sehenswert. Zusätzlich gab es ein Teleskop, durch das man den Mond beobachten konnte.

Am darauffolgenden Tag nahm ich an einer etwas verrückten Tour in einem vor Ort selbstgebauten, geländetauglichen Buggy teil. Neben einer uralten Wasserquelle, einer Pyramide und einem Wüstenfriedhof standen auch die gigantischen Sanddünen auf dem Programm. Gegen Ende der Tour fuhren wir mit nachgebauten Snowboards die Dünen hinunter. Ein einmaliges Erlebnis, auch wenn es gelegentlich ein wenig schmerzhaft war.

Zu guter Letzt ging es noch nach Ica, beziehungsweise in die wenige Kilometer außerhalb der Stadt gelegene Oase Huacachina, die sogar auf der Rückseite des 50-Soles-Scheins abgebildet ist. Hier verbrachte ich einen entspannten Tag und sammelte noch einmal Kräfte, bevor es zurück nach Hause ging.

Anschließend machte ich einen traumhaften Tagesausflug in das Paracas National Reserve. Die Landschaft dort ist eine einzigartige Kombination aus weitläufiger Wüste und rauem Pazifik. Eine Kulisse, wie ich sie zuvor noch nie gesehen hatte. Wer außergewöhnliche Landschaften mag, wird diesen Ort lieben.

Zum Abschluss meiner Reise ging es noch einmal zurück nach Lima, wo ich ein wenig shoppen konnte und schließlich meinen Rückflug antrat. Geblieben sind wundervolle Erinnerungen, viele neue Eindrücke und natürlich jede Menge Fotos, die wie immer auch auf dieser Website zu finden sind.

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